
Unterwegs auf zehn Beinen…
Für Menschen, die nicht nur Pferde, sondern auch Hunde über alles lieben gibt es wahrscheinlich nichts Schöneres als einen Ausflug auf zehn Beinen!
Ein Reiter, der auf seinen Ausritten von einem Hund begleitet wird – dieses Bild ist überaus harmonisch. Nicht immer aber verläuft die Kombination Pferd-Hund problemlos. Beispielsweise kann es sein, dass der Hund Angst vor Pferden hat. Oder aber beim Anblick des Pferdes erwacht sein Jagdinstinkt. Was ist, wenn er das Pferd verbellt oder – noch schlimmer – es sogar jagen möchte? Und was, wenn der Hund auf Ausritten nicht mitgenommen werden kann, weil er sobald Frauchen oder Herrchen auf dem Pferd sitzen, die Ohren auf Durchzug stellt?
Wenn Pferd und Hund aneinander gewöhnt sind, machen Ausritte als harmonisches Trio allen Beteiligten Spaß.
Zum Verständnis: Ein Pferd gehört in der Regel für einen Hund in das Beuteschema. So ist es nicht unnormal, dass viele Hunde zunächst Jagdverhalten zeigen. Und läuft das Fluchttier Pferd beim Anblick dieses „Wolfes“ weg, wird die Jagd noch spannender. Somit muss man vermeiden, dass der Hund ein Pferd hetzen kann. Bis der Mensch dieses Verhalten ausschließen kann, sollte der Hund auf Flächen, auf denen Pferde frei laufen, immer an der Leine bleiben. Im nächsten Schritt geht es dann darum, dem Hund klarzumachen, dass dieses Tier zum Rudel gehört und Frauchen oder Herrchen für alles, was das Pferd betrifft, zuständig ist. Gibt es Beziehungsprobleme zwischen Mensch und Hund, wird dies ein schwieriges Unterfangen. Im Idealfall lernt der Hund schon als kleiner Welpe das große Tier kennen. Allerdings sollte man den Hund niemals einfach an die Nase des Pferdes halten, denn das könnte negative Folgen haben. So ein großer Pferdekopf mit riesigen Ohren und Nüstern kann auf einen kleinen Hund bedrohlich wirken. Der Welpen sollte zunächst einfach nur mit in den Pferdestall genommen werden, um ein langsames kennenlernen zu ermöglichen. Dabei sollte man die Pferde aber nicht beachten, sondern sich nur mit dem Welpen beschäftigen. Man lässt den Hund Futter suchen oder ein Apportierspiel durchführen. So lernt er, dass man diese Tiere nicht für etwas Besonderes oder Gefährliches hält. Ist der Welpe müde, legt man ihn auf einem Platz ab, am besten durch die Leine gesichert, und beschäftigt sich mit dem Pferd. So kann man den Welpen Schritt für Schritt an das Pferd gewöhnen. Auch gemeinsame Spaziergänge sollten unternommen werden: An einer Seite führt man den Hund, an der anderen das Pferd. So lernt der Hund das Pferd in Bewegung kennen. Hat man jedoch einen erwachsenen Hund, dann geht man im Prinzip genauso vor. Bedenken sollte man aber, dass ein erwachsener Hund nicht so einfach generalisiert. Es dauert, je nach seinen Erfahrungen, viel länger, bis er sich an das Pferd gewöhnt hat. Daher sollte man besonders auf Stresssignale wie etwa „Gähnen“ oder „Kratzen“ achten. Dies sind Zeichen, dass das Training abgebrochen und später weitergeführt werden muss.
Bevor man den Hund auf Ausritte mitnimmt, muss er alle Grundsignale perfekt ohne Pferd beherrschen. Denn auf dem Pferd kann man nicht schnell eingreifen, um den Hund zu korrigieren. Ein Hund kann am Pferd nicht immer frei laufen. Daher muss man überlegen, wie man ihn anleint. Bei sehr kleinen Hunden bleibt fast nichts anderes übrig, als abzusteigen. Große Hunde können lernen, mit den Vorderpfoten am Bein hochzuspringen, so dass man die Leine festmachen kann. Egal welcher Rasse der Hund angehört, man muss darauf achten, dass er sich nicht selbstständig macht. Und wie man einen Hund auf einem Spaziergang beschäftigen sollte, damit er geistig gefordert wird, sollte dies auch auf einem Reitausflug geschehen. Kreativität ist gefragt, damit der Ausflug wirklich allen Beteiligten Spaß macht!
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