
Die vierte Gangart des Islandpferdes
Islandpferde, das sind die kleinen robusten aber trotzdem feinen Pferde aus dem Norden, die es in den verschiedensten Charakteren und außergewöhnlichsten Fellfarben gibt. Auch die Gangarten sind außergewöhnlich und unterscheiden sich von denen anderer Pferderassen: sie haben eine vierte und manche auch eine fünfte Gangart, die sich Tölt und Rennpass nennen. Diese zusätzlichen Gangarten beherrschen sie neben den allgemeinen Gangarten Schritt, Trab und Galopp.
Der Tölt kann von sehr langsamen bis ins sehr hohe Tempo geritten werden. Die fünfte Gangart des Islandpferdes, die nicht alle Islandpferde beherrschen, ist der Rennpass. Auf kurzen Strecken können die Pferde dabei bis zu 30 km/h schnell werden. Diese Gangart ist heute eher eine Wettkampfdisziplin als eine Gangart, die jeden Tag geritten wird. Auf Turnieren gibt es Paßrennen auf Zeit. Der Pass ist eine zweitaktige Gangart bei der jeweils die parallelen Beinpaare gleichzeitig auffußen.
Wie sieht der Tölt aus?
Der Tölt ist ein Viertakt bei dem der Bewegungsablauf mit dem des Schrittes identisch ist. Bei dieser Gangart ist immer mindestens ein Bein auf dem Boden, was bedeutet, dass es keine Sprungphase gibt. Das ist der Grund, warum der Tölt für den Reiter so bequem ist, da er dabei fast erschütterungsfrei auf dem Rücken des Pferdes sitzen kann. Der Tölt ist besonders rückenschonend für den Reiter und daher für Leute mit Rückenproblemen geeignet, die gerne reiten. Isländische Bauern, die ihre Pferde auch als Fortbewegungsmittel von einem Hof zum anderen benutzen, können so bequem und stundenlang durch Islands Landschaft tölten. Eine weitere Besonderheit dieser Gangart ist, dass jedes Pferd sein eigenes natürliches Tempo hat, in welchem es für das Pferd am angenehmsten ist, in dieser Gangart zu laufen.
Woher kommt der Tölt?
Der Tölt ist eine natürliche Gangart, heißt, dass der Tölt genau wie die anderen Gangarten eine angeborene Gangart ist. Im Mittelalter konnten alle Pferde diese Gangart gehen. Man kann sich an die „Weißen Zelter“ erinnern, auf denen die Damen früher im Damensattel seitlich auf dem Pferd geritten sind. Diese Pferde waren besonders weich zu sitzen, eben wegen des Tölts. Da der Tölt ein eher uneinheitliches Tempo hat, wurde er den Pferden, die für das Militär herangezogen wurden, abgezüchtet. Die Wikinger verzichteten auf diese Maßnahme, beziehungsweise waren fernab vom Festland, so dass der Tölt bei den Islandpferden und noch bei sehr wenigen anderen Pferderassen erhalten geblieben ist und sich heute immer größerer Beliebtheit erfreut.
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