
Gamaschen dienen nicht der Zierde!
Einige Reiter nutzen für ihre Pferd Gamaschen, weil sie es hübsch finden. Nebenbei sind sie der Meinung, dass man durch sie die Sehnen der Tiere vor Überlastung schützen kann. Aber genauso wenig wie es nützt, wenn man Tesafilm um ein halb zerrissenes Aufzugseil wickelt, nützt es, den Zug auf eine Sehne mildern zu wollen, indem man etwas darum wickelt.
Die Belastung, die in senkrechter Richtung wirkt, ist die gleiche, ob etwas darum gewickelt ist oder nicht. Tatsächlicher Sinn von Gamaschen ist ausschließlich der Schutz vor dem Greifen durch die Hinterbeine in die Beugesehnen. Durch beschlagene Hinterhufe kann unter Umständen der ganze Beugesehnenstrang eines Vorderbeins glatt durchtrennt werden, solch ein Pferd ist dann nicht mehr zu retten. Um ausreichenden Schutz zu gewähren, müssen Gamaschen daher knochenhart sein und nicht etwa schön weich und passend zur modischen Reithose. Interessant sind daher Gamaschen, die in warmes Wasser gelegt weich und formbar werden und sich optimal an das jeweilige Pferdebein anpassen lassen, um dann im erkalteten Zustand knochenhart zu werden. Solche Gamaschen sind insbesondere bei schnelleren Geländeritten und beim Springen zu empfehlen, wo es durch unebenen Boden, Rutschen oder Stolpern schon mal zu unkontrollierten Bewegungen kommen kann.
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