Schlafen und Dösen bei Pferden


Pferde können auf verschiedene Art und Weise schlafen. Dabei ist das Ausmaß des Erholungseffektes von Art zu Art unterschiedlich. Im Schlaf durchlaufen die Pferde, genau wie der Mensch, unterschiedliche Schlafzyklen. Im Gegensatz zum Menschen, fallen sie aber nicht in einen immer tiefer werdenden Schlaf, sondern fangen nach jedem Schlafzyklus wieder von vorn an. Das heißt im Endeffekt, dass die Schlafphasen des Pferdes von mehreren Wachphasen unterbrochen werden. So kommt es, dass die Tiefschlafphase beim Pferd nur einige Minuten dauert, während der Mensch sich ungefähr eine bis anderthalb Stunden in der tiefsten Schlummerphase befindet. Dies entspricht vollkommen der Natur des Pferdes, denn schließlich handelt es sich dabei um ein Fluchttier, das bei Gefahr bereit sein muss, zu fliehen und sich in Sicherheit zu bringen.

Eine Form des Pferdeschlafes ist das Dösen. Dabei steht das Pferd in einer aufrechten Position und stützt sich auf die Vorderbeine. Die Hinterbeine werden immer abwechselnd durch eine aufgestellte Hufspitze entlastet. Umfallen kann das Pferd in dieser Position nicht, denn die Muskeln und Sehnen in den Vorderbeinen sind so angeordnet, dass sie sich ineinander verkeilen und einen Sturz so unmöglich machen. Charakteristisch für diese Form des Schlafes ist, dass der Schweif ständig in Bewegung ist, um lästige Fliegen abzuwehren, und ein immer wieder auftretendes Muskelzucken beobachtet werden kann. Früher dachte man, dass das Pferd in dieser Position tief schläft. Dies entspricht jedoch nicht der Wahrheit. Vielmehr handelt es sich um eine Ruheposition, die einen leichten Schlaf mit sich bringt. Sollte Gefahr in Verzug sein, kann das Pferd unverzüglich die Flucht ergreifen.

Eine weitere und bequemere Position ist das Schlummern. Hierbei liegt das Pferd auf dem Bauch und hat die Beine untergeschlagen. Der Kopf ist aufgestützt. Da eine Flucht aus dieser Position sich ein wenig schwieriger gestaltet als beim Dösen, nehmen Pferde sie nur ein, wenn sie sich sicher fühlen und keine Gefahr droht. In einer Herde gibt es immer einen Wächter, der nach Gefahren Ausschau hält, während die anderen Pferde schlafen. Der Erholungseffekt ist hier deutlich größer als beim Dösen, jedoch ist das Pferd immer noch in einer Position, aus der es relativ schnell aufspringen kann, sollte Gefahr in Verzug sein.

Die einzige Art, bei der Pferde sich völlig ihrer Müdigkeit hingeben, ist das Schlafen. Kennzeichnend dafür ist, dass das Pferd auf der Seite liegt und die Beine weit von sich gestreckt oder angewinkelt hat. In dieser Form des Schlafens findet das Pferd den einzig tiefen Schlaf und völlige Entspannung. Wie bei uns Menschen, dauert das Aufwachen hier ein wenig länger und das Pferd braucht einen Moment bis es wieder zu sich gekommen ist.

 

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