
Headshaking – Ursachen und Behandlungsansätze
Die Ursache – ein Nervenleiden
Das Symptom „Headshaking“ ist mittlerweile weit verbreitet und bei vielen Pferdebesitzern leider nur allzu gut bekannt. Pferde, die unter Headshaking leiden, schlagen – wie der Begriff schon sagt – stark mit dem Kopf. Ursache hierfür ist zumeist eine sogenannte Trigeminus-Neuralgie, d.h. ein Schmerz oder ein Kribbeln des 5. Gehirnnervs (Nervus trigeminus). Dies ist ein dreigeteilter Nerv, der unter anderem Augen, Ober- und Unterkiefer innerviert. Spürt das Pferd nun Schmerz oder Kribbeln in diesem Nerv, versucht es dieses Gefühl durch Kopfschlagen loszuwerden – so wie es das ja auch bei kitzelnden Mücken, die sich am Gesicht des Pferdes niederlassen, tut – nur lässt sich der Nerv leider nicht einfach abschütteln.
Dieses Kribbeln macht manche Pferde schlichtweg wahnsinnig. Stellen Sie sich vor, Sie haben ein permanentes Schmerzen und Kribbeln im Gesicht und können nichts dagegen tun! Da ist es naheliegend, dass ein solches Pferd aufgrund des unkontrollierten Schlagens vor allem für den Reiter eine große Gefahr darstellen kann. Ursachen für diese Trigeminus-Neuralgie können beispielsweise Traumata sein (wie z.B. ein Schlag auf den Kopf). Auch psychischer Stress hat sich als häufiger Auslöser herausgestellt. Dieser Stress führt zu einer Hyperästhesie (Überempfindlichkeit) der Nerven und kann somit den Trigeminus-Nerv in Mittleidenschaft ziehen und zu Headshaking führen. Es gibt allerdings auch Fälle, in denen keine zu Grunde liegenden Ursache festgestellt werden konnte. Solche Fälle werden als idiopathisches Headshaking bezeichnet.
Die Therapie-Möglichkeiten
Egal, um welche Art der Nervenschädigung es sich auch handelt – die TCM bietet hier tolle Möglichkeiten, dieses Leiden zu kurieren!
Mit Akupunktur kann der Nerv beruhigt und „abgelenkt“ werden. Zusätzlich eignen sich chinesische Kräuter dazu, die „Gereiztheit“ des Nervs zu beeinflussen und auf den Stress-Level einzuwirken. Sie beruhigen das Pferd und bringen es wieder in sein natürliches Gleichgewicht.
Zusätzlich zu dieser Therapie eignen sich B-Vitamine hervorragend zum Einsatz bei Headshaking, da sie für eine optimale Sauerstoff- und Energieversorgung des Nervs sorgen.
Diese Methoden müssen natürlich über einen längeren Zeitraum angewendet werden, um einen Nutzen zu erzielen. Eine Trigeminus-Neuralgie verschwindet nicht von heute auf morgen durch eine einzige Akupunkturbehandlung. Im Akutfall können allerdings kühlende Auflagen (Coolpads) helfen, die Nervenreizung kurzfristig etwas zu mildern.
Außerdem sollten natürlich alle Stressauslöser vermieden werden. Hartes Training und Leistungsdruck sollten unbedingt gemindert werden. Es sollte außerdem großer Wert auf artgerechte Haltung und Ernährung gelegt werden. Viel Freigang und ein harmonisches Herdenleben sind außerdem extrem wichtig. Auch die Position des erkrankten Pferdes in der Herde sollte beobachtet werden, da ggf. Mobbing durch andere Herdenmitglieder der Auslöser für den psychischen Stress sein kann.
Eine neue Theorie
Zu guter letzt möchte ich noch darauf hinweisen, dass mittlerweile eine weitere Theorie für die Ursache des Headshaking kursiert. Diesmal hat es nichts mit Nerven zu tun, sonden mit dem Luftsack des Pferdes. Wir alle besitzen eine Verbindung zwischen Mittelohr und Nasenrachen, die sogenannte Eustachi-Röhre (Tuba auditiva). Beim Pferd hat sich diese Röhre allerdings zu einem großen Hohlraum ausgebreitet – dem Luftsack (Diverticulum tubae auditivae). Dieser Hohlraum befindet sich im Schädel des Pferdes. In der Wand des Luftsacks verlaufen große Blut- und Lymphgefäße, die unter Umständen Ausschwitzungen von Flüssigkeiten in den Luftsack verursachen können. Diese Ausschwitzungen können mit der Zeit trocknen und kristallisieren. Löst sich nun ein solches krisatllisiertes Konkrement von der Wand ab, so liegt es lose im Luftsack und wird bei Bewegung hin- und hergeschleudert. Dies ist für das Pferd natürlich äußerst störend und kann auch ein Kopfschlagen nach sich ziehen. Der Luftsack kann allerdings endoskopisch untersucht werden, wodurch diese Ursache für Headshaking relativ einfach diagnostiziert bzw. ausgeschlossen werden kann.
Gastartikel von:
Mobile Tierheilpraxis Karina Kireth in 91257 Pegnitz
kontakt@tierheilpraxis-kireth.de
www.tierheilpraxis-kireth.de
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IMCB | am 2. November 2011 um 21:05 Uhr
Ich möchte gerne folgendes zu diesem Artikel hinzufügen: der Pferdebesitzer sollte nicht auf eigene Faust mit chin. Heilkräutern praktische Versuche durchführen. Es bedarf einer intensiven u. mehrjährigen Ausbildung in chin. Herbologie (Kräuterkunde), um die individuellen Kräuter zusammen zu stellen, Dosierungen und Dauer der einzelnen Mischungsgaben zu bestimmen, ansonsten ist schnell mehr Schaden im System des Pferdes angerichtet worden, als einem lieb ist, ua. kann noch mehr aus dem Gleichgewicht gebracht werden und im schlimmsten Falle können Vergiftungen hervorgerufen werden. Die von mir seit nun 10 Jahren praktizierte TCM Kräutertherapie speziell für Headshaker ist auch nicht in 3 Wochen oder 3 Monaten abgeschlossen, sie zieht sich auf mindestens 2 Jahre hin. Jedoch bestätigen die vornehmlich positiven Resultate die Therapie an sich und die Ausdauer der Pferdebesitzer wird schon nach einigen Wochen und Monaten durch stark geminderte oder nicht mehr vorhandene HS Symptomatik belohnt. Des weiteren möchte ich anmerken, dass es keine ultimative Kräutermischung für alle Headshaker gibt. Jedes Tier hat andere Störungen und Ungleichgewichte und verlangt individuelle Rezepturen.
Ebenso verlangt das Headshaker Pferd ein spezielles Management im Gegensatz zum gesunden Pferd, es spielt eine grosse Rolle für eine erfolgreiche Therapie.
Die Luftsackveränderung ist keinesfalls eine neue Theorie, sondern schon seit vielen Jahren in vet. med. Fachkreisen als eine von unzähligen möglichen Ursachen für die Symptomatik bekannt, siehe Kapitel Forschung in meiner Info website http://www.headshaker.eu
Weitere allgemeine Information zu der Wirkung der TCM Kräuter findet der Leser unter den Punkten: TCM Therapie, Wirkungsweisen: TCM vs Schulmedizin, Yin & Yang auf obiger Website.
Mit freundlichem Gruss,
IMC Brown